fanzines
NOISY NEIGHBOURS # 29
www.noisy-neighbours.com
76 Seiten, 1,50 Euro
Nochmal umfangreicher als die letzte Ausgabe, aber diesmal etwas weniger musiklastig. Zwar trifft man alte
Bekannte wie LIBERATOR zum Interview und stellt Geheimtipps wie TALKING PETS oder CANDELILLA vor, berichtet
aber auch über den Fantasy-Autor Berhard Hennen, einen Ziehsohn von Wolfgang Hohlbein. Flankiert wird dieses
Gespräch von einen informativen Artikel über die Gema und Creative Commons Lizenzen. Ein paar Seiten weiter
liest man dann über die GEZ und Rundfunkgebühren. Gespräche mit Regisseur Stefan Westerwelle und Maria Adolfsson,
die sich in Stockholm ein Masteringstudio aufgebaut hat, ergänzen die üblichen Bandinterviews
hervorragend und entlasten die etwas gewagten Zugpferde RED CAN RECORDS, I MIGHT BE WRONG, MOONBAND, LUCKY FISH,
SIX GALLERY und FINDUS. Also weiterhin ein kommerzkritisches Indiemag mit den etablierten Rubriken wie comiCorner,
Literaturkritik und einem fünfseitigen Special zum homosexuellen Film. Die ausgewogenene Themenwahl
macht das aktuelle Heft zu einer Blaupause für den Musik-Journalismus, denn er muss keineswegs eindimensional sein.
Thomas Eberhardt
NOISY NEIGHBOURS # 28
www.noisy-neighbours.com
72 Seiten, 1,50 Euro
Viele Genres, ein Heft. Diesmal schafft das Bonner/Triosdorfer Heft den ultimativen Stilspagat.
ULME, ABUELA COCA aus Uruguay, SOMETREE, STRAWBERRY BLONDES, MAJOR PARKINSON aus Norwegen und
DR NORTON wurden ausgefragt. Für die Diehard-Fraktion gibt es ein dann sogar noch ein Interview
mit der Trustkill-Band IT DIES TODAY. Die Musikthemen werden von mehrseitigen Filmbesprechungen
konterkariert, drei Seiten davon widmen sich Dvds mit dem Thema Homosexualität. Darüber hinaus
gibt es einen Artikel über die Hörspielreihe Caine, ein Gespräch mit BARONS BALL über Plattenverträge,
Studioarbeit und die momentane Livesituation. Wie immer wird auch Literatur besprochen und die bewährte
comiCorner gibt es auch wieder. Es ist seltsam, aber ohne die fließbandartige CD-Beilage, die andere Magazine
dem Leser immer aufdrängen, liest es sich viel interessanter. Die bebilderten Albumreviews sind grösstenteils
aus dem Indiesegment und überzeugen durch faire, engagierte und objektive Darstellung der Sachlage. Ein Heft,
ohne das es gar nicht mehr geht. Thomas Eberhardt
| |