ANYTHING BUT YOURS/I PILOT DAEMON Man hört ANYTHING BUT YOURS wahrlich die Vorliebe für skandinaischen Noisecore an, aber wenn man bedenkt, dass die Jungs sich langsam vom brutalen Screamo/Noise-Outfit zu den Experten für Slow-Motion-Epen wandeln, dann lauscht man dieser akustischen Veränderung doch gebannt. Die Songs von ANYTHING BUT YOURS sind in den letzten vier Jahren flächiger, tiefschürfender und vertrackter geworden, ohne die nötige Harmonie vermissen zu lassen, die den Hörer fesselt. Ergänzt wird diese waghalsige Mixtur durch skandinavische Coolness, die man von JR EWING oder SOUNDS LIKE VIOLENCE kennt. Eine wirklich grandiose Eröffnung dieser Split, auch wenn Freunde des unkomplizierten Hörens nicht gerade auf ihre Kosten kommen werden, aber wer wie wir um fünf Ecken denken kann, schätzt ja gerade diese kleinen Gedankenspielchen. I PILOT DAEMON aus Toulouse vertreten La Grande Nation und zeigen, was der Fachmann schon lange weiß, in Frankreich mag man derbe Kost. Die Herren gehen wieder etwas krachiger zu Werke, lassen den Gitarren die gesunde Schräglage und erinnern mich etwas an THE GRIZZLY TWISTER, allerdings ohne Sythies, denn I PILOT DAEMON stampfen alles nieder und ihr Credo ist eben nicht Abwechslungsreichtum, sondern Wiederholung bis es schmerzt. Stakkato wird hierbei groß geschrieben und die Tieftöner stehen meist im Vordergrund. Die Veröffentlichung kommt im handnummerierten Silkscreendigipack und ist auf 300 Stück limitiert. Also schnell sein, es lohnt sich wirklich. (27:44) (7) Thomas Eberhardt
ANYTHING BUT YOURS "Welcome To Karoshistan" kommt in einem wundervollem Digipack. Sehr schlicht gehalten, aber doch schön. Der Titel des Albums tut sein übriges. Und siehe da, ein wunderbares Screamo-Album ist entstanden. Verpackt mit der Emotionalität von JUST WENT BLACK, den Vocals von alten ESCAPADO und viel Individualität entzückt mich diese Band doch sehr. Einzig der Spannungsbogen wird ab und zu übertrieben, so dass es des Öfteren schon viel schneller auf den Punkt und zur Sache gehen könnte. Aber das ist vielleicht auch der Einfluss von derartig progressiven (ja, neben "Groove" mein neues Lieblingswort) daherkommenden Chaotischen-Post HC Bands, und so entstehen eine Vielzahl von schönen aber treibenden Bassläufen, verspielten teils verträumten Gitarrenlinien und eine experimentelle Schlagzeugarbeit. ANYTHING BUT YOURS sind sicherlich nicht jedermanns Sache, doch kann ich mir die Band super in besetzten Häusern oder auch AJZ's vorstellen. Für die großen Bühnen der Welt wird das sicherlich nicht reichen. Muss es aber auch nicht. (43:35) (8) Karsten Ostmann
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