TODAY WE RISE


Ist es richtig, dass ihr euer Deb?t selbst aufgenommen habt?
Welche Erfahrungen, positiv wie negativ, habt ihr in dem Zeitraum gemacht?

Ja wir, prim?r ich (Erik / Guitar) habe das Album mehr oder weniger alleine aufgenommen. Soundtechnisch habend wir nat?rlich bei den entsprechenden Instrumenten mit dem jeweiligen Musikanten gecheckt was cool ist und was funktioniert. Das Drumediting hat zB. unser Drummer gemacht. Ich habe das ganze quasi gemanagt und hatte die "Aufnahmeleitung". Positiv war daran, dass man ohne finanziellen Druck recht lange an den Songs feilen und damit immer wieder Verbesserungen und ?nderungen einbauen konnte. Allerdings kann dies auch zum Nachteil werden. Man verf?ngt sich in Details und verliert den Zeitplan aus den Augen. Ausserdem muss man seinen Bandkollegen doch ?fters mal in den Arsch treten dass sie ihren Kram fertig kriegen als wenn man fixe Termine im Studio hat. Jens: Negativ war auch, dass kein Produzent im traditionellen Sinn dabei war, der Abstand zur Musik hatte und eventuell noch mehr aus den Songs h?tte rausholen k?nnen. Au?erdem h?tte der bestimmt schneller sagen k?nnen, welche Aufnahmetakes in Ordnung sind und welche wir noch mal machen m?ssen?.so war das teilweise mit gr??erem Aufwand verbunden.

Wof?r steht der Titel "Overcoming The Archetype" denn?

Mit "Overcoming the archetype" wollten wir wiederspiegeln um was es teilweise auch in den Texten geht. Als "archetypisch" wird in der Verhaltenspsychologie z.B. ein von vielen Menschen angewandtes sich gleichendes Verhaltensmuster bezeichnet. Das l?sst sich auf viele Bereiche ableiten. Was wir ausdr?cken wollen ist im Grunde genommen das nicht immer das alt hergebrachte, das was alle machen das beste ist, das man keine Angst haben soll sich von der Masse abzugrenzen und sich seine eigenen Gedanken zu machen. Quasi ?ber den Tellerrand hinausschauen und damit besser fahren. (joe)?

Welche Themen wollt ihr unbedingt unter die Leute bringen?
Kommen auch manchmal j?ngere Fans auf euch zu und wollen sich ?ber Szenethemen wie Vegetarismus oder SxE informieren?

Da wir uns rein inhaltlich nicht wirklich mit diesen Themen auseinandersetzen (auf der CD) ist es schwierig dazu was zu sagen. Wir sind eine relativ gemischte Band (1x Sxe, 1x Vegetrarier, 3x Alleskonsumierer) in der jeder seine eigene Meinung vertritt. Nat?rlich setzen wir uns privat mit dem Thema auseinander und geben den Kids auch gerne unser Meinung zum besten oder auch mal ein paar Tipps aus dem Leben ;)
Joe: Sicher gibt es Themen die wir ansprechen wollen, aber eher auf eine nicht strikt vorgegebene Weise. Jeder soll sich zu unseren Texten und den von der Musik ausgel?sten Emotionen sein eigenes Bild machen k?nnen.


Ein Grundthema der Lyrics ist sicherlich der Gedanke sich von der Masse zu l?sen und selbst zu denken anstatt von anderen eine Meinung vergekaut zubekommen. F?r junge "Fans" ist es sicherlich sehr wichtig sich ?ber eine "Szene" zu definieren und von anderen auch klar abzugrenzen. Allerdings sind wir nicht f?r die Sozialisation dieser Leute verantwortlich. Wenn ein "Fan" uns anspricht und bestimmte Themen zur Sprache kommen dann ist das jeweils eine Momentaufnahme und auch immer ein Gespr?ch mit der jeweiligen Person aus unserer Band. TWR besteht aus f?nf Individuen die zusammen Musik machen. Jeder hat dabei andere, eigene Ansichten. "Erziehen" ist definitiv keine Aufgabe die wir mit TWR erf?llen k?nnen / wollen.?Diese Intention haben wir auch garnicht. Wir zeigen Sachverhalte auf - Gedanken muss sich jeder selbst machen und dann die f?r sich richtigen Schl?sse ziehen.

Dave Quiggle hat das Artwork gestaltet, war es euch wichtig einem Profi die Sache zu ?berlassen? Wie kam der Kontakt zustande?

Ja, das war nat?rlich der Hammer. Chris LIB hat uns zu ihm gebracht. Er meinte damals er k?nnte sich gut vorstellen mit Dave zusammen zu arbeiten und es hat schon nach seinen ersten Vorschl?gen gefunkt. Das Ergebnis sieht man jetzt in Form des Artworks. Wir finden es gro?artig!

Auf dem Album sind viele G?ste zu h?ren, wer genau hat etwas beigesteuert und sind die einzelnen Leute im Studio gewesen, oder war es eher ein Filetrade?

Letztlich haben wir 2 "Hauptfeatures" auf der CD. Einmal Mosh von Elision bei "Empire vs. the Mind" und Alexa von My first Failure bei "For the masses". Zus?tzlich waren noch einige Kollegen bei den Crewvocals dabei die alle auch in Bands aktiv sind. Wir haben h hier auf stimmm?chtige Mannen zur?ckgreifen die auch Ahnung von der Musik haben. Das Ergebnis kann sich aj Fall h?ren lassen. Wir haben die Leute letztlich besucht und in verschiedenen Locations aufgenommen. Mit Laptop und mobilem Firewireinterface geht das heutzutage recht einfach. Eine halbe Stunde aufbauen und das Setup steht. So haben wir Mosh und die CrewVocals in der Motorradwerkstatt von Mosh aufgenommen, Alexa im Wohnzimmer unseres S?ngers. Filetrades haben wir also keine genutzt, auch wenn wir teils damit gelieb?ugelt hatten.

Was macht ihr beruflich und wie l?sst sich das mit der Band vereinbaren?

Wir sind 2 mal Studenten (Jens + Erik) und 3 mal Berufst?tig (Sebastian - Vermessungsingenieur, Joe - Systemadministrator, Roberto - Gro?handelsverk?ufer). Es ist teilweise schon relativ kompliziert das Arbeiten bzw. Studium mit der Band unter einen Hut zu bekommen. Va. auch weil wir z.T. 150km auseinander wohnen (Joe Frankfurt a. Main, Jens / Erik W?rzburg). Daher ist alleine das Proben mit einer Menge Fahren verbunden. Aber wenn man sich abspricht und rechtzeitig im Vorfeld Konzerte und andere Bandgeschichten plant geht das alles. Der Wille z?hlt hier!


Der Kapitalismus scheint nun doch in eine Art Sozialismus zu m?nden.
Denkt ihr die Finanzkrise wird auch einige Dinge im HC-Sektor erschweren, oder ist die Szene immun?

Vom Sozialismus sind wir noch weit entfernt. Solange Konzerne t?glich Menschen entlassen und sich deren Top Manager die Taschen vollmachen ist der Kapitalismus noch immer in voller Bl?te.?Sicherlich ist die momentane Finanzkrise f?r viele ein Anlass mal ?ber das vorherrschende?Wirtschaftssystem nachzudenken. Allerdings ist die moderne Gesellschaft viel zu sehr vom?weltweiten, globalisierten Handelssystem abh?ngig - da wird sich wohl nicht viel dran??ndern lassen. Aber das in den USA bald ein angeh?riger einer sogenannten "Minderheit"?als Pr?sident die Menschen vertreten kann l?sst auf ein Umdenken der Leute hoffen.?Die Finanzkrise wird sich sicher auf alle Bereiche des Lebens auswirken und somit ist auch?HC nicht dagegen immun das die Leute de facto immer weniger im Geldbeutel haben und?sich ?berlegen werden ob diese oder jene Anschaffung wie z.B. CD oder Merch einer Band jetzt wirklich noch drin ist. (Joe)

Seid ihr eine disziplinierte Band, die regelm??ig probt, oder arbeitet ihr eher blockweise? Wohnt ihr alle in der n?heren Umgebung voneinander?

Wir versuchen 1x / Woche fix zu proben. ?fters ist das aber wegen Beruf oder Uni aber nicht wirklich m?glich. Aber man kann es durch viele Shows kompensieren wo man dann quasi durch die Shows "im Saft" bleibt. (Wo wir wohnen, siehe 6)).

Laut Booklet gibt es sogar eine WG mit ELISION- und TWR-Mitgliedern... konnten euch die Jungs gute Tipps geben, oder verlasst ihr euch da ganz auf eure eigenen Instinkte?

Ja, wir proben zusammen mit Elision seit ca. einem 3/4 Jahr. Aber da macht jeder sein Ding.. wir reden uns nicht gegenseitig rein. Ach doch, Mosh habe ich beim Aufnehmen nach Micros und Tipps gefragt. Aber ansonsten eher weniger.

In S?ddeutschland gibt es ein gutes Netzwerk an befreundeten Bands, habt ihr diese Beobachtung auch in anderen Regionen gemacht?

Aj Fall. Letztlich gibt es fast in jeder Region ein Netzwerk in dem sich befreundete Bands (aus)helfen und eine Art Untercommunity bilden. Vor allem in den neuen Bundesl?ndern ist dies recht ausgepr?gt. F?r uns sind es in S?ddeutschland Bands wie Teamkiller und Crises never Ends mit denen wir engen Kontakt haben, auf der anderen Seite von Deutschland unsere Homies von Final Prayer.

Thomas Eberhardt