Vinyl Rezensionen
HUATA
Atavist Of Mann
Throatruiner Records
Was für ein Occult Sludge/Doom-Dekadenalbum, einfach ein nihilistischer Geniestreich, den die Franzosen da ins Leben gerufen haben. Der Opener "Lords of the flame" ist ein schleppender
Bastard, der NEUROSIS zur Ehre gereichen würde, während "Operation Mistletoe" dann das Tempo anzieht und wesentlich rockiger zu Werke geht. Einfach fantastisch, was Throatruiner aus
Frankreich für einen Backkatalog haben, kann man vom Kaliber her mit dem leider inaktiven Label Codebreaker aus England vergleichen, die DEADBIRD in ihrem Roster hatten. Schnell sein,
es sind nicht mehr allzu viele Copies der 2x12" im Gatefold zu haben und seit ich meine bestellt habe, ist es noch eine weniger. Also wenn ihr im Quartal nur eine Platte kauft, dann
unbedingt diese. Selten so was dreckig, räudiges und vollkommen Originelles gehört.
So muss Musik sein, monumental, epochal und ein Nischenprodukt in perfekter Umsetzung. Vom Artwork
bis hin zu jedem Song passt hier alles ins Gesamtkonzept. Die Band aus Rennes ist eine Göttergabe, aber ihr solltet bei diesen Downtempo-Perlen durchaus 12 oder 13 Minuten für einen
Track mitbringen, dafür belohnt "The Imperial Wizzard" mit schönstem Layne Staley-Gesang, der über morbiden Donnerriffs thront.
Man muss für dieses Album neue Superlative erfinden,
so grandios ist es und die vereinzelten Samples machen es noch bedrückender. Sieben Tracks inklusive dem COVEN-Cover "Black Sabbath", welches natrülich mehr als gut ins Konzept passt.
Das Quartett, das live auch gerne mal Kutte trägt, sollte man auf keinen Fall verpassen. (9) Thomas Eberhardt
SILVERDOLLS
Basement Tapes LP/CD
Azetti Record
Indie muss nicht verkopft sein, dies stellen SILVERDOLLS aus Deggendorf eindrucksvoll mit ihrem Debüt "Basement Tapes" unter Beweis. Die Band hat einen dan nauch recht schnell am Haken, denn
"Eccentric echo" erinnert gar etwas an "Subliminal" von SUICIDAL TENDENCIES von 83, während "Sky blue sky" eher ins Psychedelische und ins Stonersegment geht, also eine schöne Zusammenführung
von Postpunk, Indierock und Rock n Roll an sich. Die Bayern sind originell und eigenständig, soviel ist klar, spätestens nach "Dilettante's life" welches einfach ein unkonventioneller Track ist,
weil man einen hymnischen Refrain mit schrägen Gitarrenleads und Punkattitüde unter einen Hut bringt. Das erste Album "Rumballion" stammt von 2006, "Tides Gone Out" erschien 2008,
also ist mit "Basement Tapes" der dritte Streich getan, aber scheinbar gab es auch eine längere Pause plus Besetzungswechsel.
Also essentiell ist das Album sicherlich nicht, aber wer gerne Musik fernab ausgetretener
Genrepfade hört, wird hier fündig werden. Backups gibt es von Benedikt Hain, den man von BRIDGES LEFT BURNING her kennen dürfte. Eine schöne LP für Sammler, aber internationales Niveau wird hier nicht
gespielt. Wer dieses nicht erwartet, wird zufrieden sein, Schönheit liegt ja auch im auge des Betrachters, weshalb also nicht mal selbst probehören?! Thomas Eberhardt (7)
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